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Slowakei für österreichische Investoren attraktiv


In den vergangenen Jahren hat die Wirtschaftskammer Wien einen ihrer Schwerpunkte auf die Slowakei gelegt. Vor allem Wiener Unternehmen haben mit Exporten und Firmengründung Slowakei den slowakischen Markt frühzeitig erschlossen.

Eine Karmasin-Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien hat nun die Zufriedenheit der österreichischen Investoren mit dem
Wirtschaftsstandort Slowakei untersucht.

"Zu den Kernkompetenzen der Wirtschaftskammer zählt der Aufbau grenzüberschreitender Wirtschaftskooperationen. Damit fördern wir die wirtschaftliche Entwicklung und das Wachstum in der Region, wovon letztlich alle Unternehmen profitieren", sagt Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien. Seit 2002 fördert die WK Wien gemeinsam mit der Kammer Bratislava in eigenen Projekten und Initiativen den Raum Wien-Bratislava, der zu den dynamischsten Europas zählt.

"Wir sind eine Kooperation mit einem besonderen Land eingegangen, dass im vergangenen Jahr ein Wachstum von sieben Prozent aufweist und laut Prognosen 2009 ein Wachstum von über vier Prozent haben wird", sagt Jank. "Angesichts der aktuellen Lage ist es gut, mit einem solch starken Partner wirtschaftlich eng verflochten zu sein."

Mittlerweile sind rund 1600 österreichische Unternehmen in der Slowakei vertreten. Die Präsenz reicht von geringfügigen Unternehmensbeteiligungen über Vertriebsniederlassungen bis zu im 100prozentigen Eigentum österreichischer Firmen stehende Niederlassungen. Hinter Deutschland und den Niederlanden ist Österreich der drittgrößte Investor. Vor allem die österreichischen Banken, Versicherungen und Technologiekonzerne sind in der Slowakei aktiv.

Besonders stark sind die Wiener Betriebe: zwei der insgesamt drei Mrd. Euro österreichischer Investitionen kommen aus Wien, 28 Prozent der slowakischen Importe stammen aus der Bundeshauptstadt und 30 Prozent der Einfuhren nach Österreich finden ihren Abnehmer in Wien.

Um die österreichischen Unternehmen bei der Markterschließung weiterhin erfolgreich beraten bzw. die Rahmenbedingungen in der Slowakei besser beurteilen zu können, hat das Marktforschungsinstitut
Karmasin Anfang November im Auftrag der WK Wien 130 Manager heimischer Niederlassungen in der Slowakei zu Wirtschaftslage, Standort- und sonstigen Rahmenbedingungen befragt.

Überraschend war, dass die auf deutsch und slowakisch gestellten Fragebögen zu 70 Prozent auf slowakisch beantwortet wurden. Das zeigt, dass die österreichischen Unternehmer ein großes Vertrauen in
die slowakischen Mitarbeiter haben und ihnen die Geschäftsführung der Niederlassungen in der Slowakei zu einem überwiegenden Anteil überlassen.

Ergebnisse der Studie: Slowakei ist attraktiv

Die Slowakei wird durchwegs als attraktiver Standort bewertet. 90 % der Befragten würden heute die Slowakei wieder als Standort wählen. Bloß 8 % würden bei einer erneuten Wahl ihres Investitionsstandortes stattdessen ihr Unternehmen in Tschechien bzw. in sonstigen EU-Staaten ansiedeln.

Investoren rechnen mit guter Entwicklung

45 % der befragten Unternehmen beurteilten im November, als die Situation auf den Finanzmärkten die Realwirtschaft bereits berührte, die Wirtschaftslage in der Slowakei sehr gut bzw. mit gut und
vergaben die Noten 1 und 2.

Auch für das heurige Jahr überwiegt die optimistische Einschätzung: 17 % erwarten 2009 eine bessere Wirtschaftslage als in den vergangenen Jahren. 34 % rechnen mit einer
gleich unveränderten Situation.

Positiver Ausblick bei Beschäftigtenzahlen

40 % der Befragten geben an, dass die Zahl der Beschäftigten 2009 steigen wird. Laut 48 % bleibt der Stand der Mitarbeiter gleich.

Weniger zufrieden sind die Unternehmer jedoch mit der Qualifikation
und Leistungsbereitschaft ihrer Arbeitnehmer sowie dem Bildungsniveau der Schulabgänger.

Rahmenbedingungen für Investoren zufrieden stellend.

Was die Rahmenbedingungen betrifft, äußern die Befragten in Bezug auf die EU-Mitgliedschaft hohe Zufriedenheit. 62 % sind der Ansicht, dass
die Euro-Umstellung eine positive Auswirkung auf ihr Unternehmen haben wird. Die Zufriedenheitswerte hinsichtlich Steuersystem, Steuerbelastung, Verfügbarkeit von Grundstücken und Betriebsflächen
sowie politische Stabilität liegen dagegen im Durchschnittsbereich. 49 % der Unternehmer haben das Gefühl, die Standortbedingungen auf dem slowakischen Markt hätten sich in den vergangenen Jahren
verbessert.

Eher im negativen Bereich liegen die Bewertungen hinsichtlich der Transparenz bei öffentlichen Ausschreibungen und der Bekämpfung von Korruption sowie in Bezug auf die Verfügbarkeit von Arbeitskräften (v.a. Fachkräften) und deren Qualifikation.

Verbesserungspotenzial

Die dringendsten Aufgaben der slowakischen Regierung werden vor allem in einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen (z.B. Flexibilität bei arbeitsrechtlichen Belangen, Verfügbarkeit von
Fachkräften, Umfeld für Forschung & Entwicklung), der allgemeinen Wirtschaftssituation (z.B. Senkung der Arbeitslosigkeit, Minimalinflation halten) und der Stabilität, vor allem in Bezug auf
Politik, den Finanzsektor und die Währung, gesehen. Weitere Anliegen der befragten Unternehmen sind die Bekämpfung von Kriminalität und Korruption und die Verbesserung der Rechtssicherheit, va. was
Gesetzesnovellierungen betrifft.
"Mit der Slowakei haben unsere Unternehmen einen starken Partner gefunden, wie die positiven Ergebnisse der Umfrage zeigen. Jetzt heißt es auf diesem Erfolg aufzubauen, um die guten Verbindungen
zwischen den Wirtschaften beider Länder weiter zu vertiefen und Firmenkooperationen zu fördern", sagt Jank. Für 2009 sind zB die länderübergreifende Ausschreibung des Innovationspreises MERCUR der
Wirtschaftskammer Wien geplant sowie eine verstärkte Zusammenarbeit innovativer Betriebe aus dem Kreativbereich.

Studie: Wie zufrieden sind Sie mit folgenden Kriterien? (1=sehr
zufrieden, 5=gar nicht zufrieden)
												Mitgliedschaft der Slowakei in der EU:
			
												1,7
			
												Steuersystem:
			
												2,8
			
												Verfügbarkeit von Betriebsflächen:
			
												2,8
			
												Politische Stabilität:
			
												 3,0
			
												Rechtssicherheit:
			
												3,3
			
												Effiziente öff. Verwaltung:
			
												3,4
			
												Bekämpfung von Korruption:
			
												3,7
			
												Transparenz  bei öff. Ausschreibungen:
			
												3,8
			
												Verfügbarkeit lokaler Zulieferer:
			
												2,4
			
												Qualität lokaler Zulieferer:
			
												2,6
			
												Zahlungsmoral:
			
												3,1
			
												Qualifikation der Arbeitnehmer:
			
												2,5
			
												Leistungsbereitschaft der Arb.nehmer:
			
												2,6
			
												Produktivität der Arb.nehmer:
			
												2,8
			
												Verfügbarkeit von Fachkräften:
			
												3,4
			

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