Slowakei.com

Immobilienmarkt in der Slowakei abgekühlt

Thema:


Nach dem steilen Anstieg des Bauvolumens bei Wohnimmobilien und ihren Preisen der letzten Jahre in der Slowakei ist die gegenwärtige Marktlage bedeutend ruhiger. Die weltweite Konjunkturschwäche hat den Slowakischen Immobilienmarkt abgekühlt und sowohl Bauunternehmer und Bankiers als auch interessierte Käufer für Wohnimmobilien sind nun viel vorsichtiger.

Verlangsamung des Wachstums

„Die derzeitige Situation kann als eine erhebliche Verlangsamung des Marktes angesehen werden,“ teilte Matej Galata, der Leiter der Abteilung Wohnimmobilien bei CB Richard Ellis, einem Immobilien-Dienstleistungsunternehmen, dem Slovak Spectator mit. „Dies gilt für alle Bereiche, einschließlich dem Verkauf von Wohnungen, dem Baubeginn bei neuen Projekten und allgemeinen Tätigkeiten auf dem Wohnimmobilienmarkt.“

Gemäß Galata verhalten sich Banken weiterhin vorsichtig und konservativ, und weil die Situation auf dem Arbeitsmarkt sich nicht positiv entwickelt, hält dies die Leute davon ab Baudarlehen aufzunehmen. Auf der anderen Seite hat der Markt eine relative Stabilisierung der Preise gezeigt, die sich weiterhin nicht wesentlich verringern sollten.

Galata sieht vor allem das Verhältnis zwischen unverhältnismäßig geringer Nachfrage und einer hohen Zahl von zum Verkauf stehenden Wohnungen als Grund für die derzeitige Situation mit einer Rekordzahl von Wohnungen auf dem Markt, vor allem in Bratislava, aber auch in Žilina, Trnava und Banská Bystrica.

In der slowakischen Hauptstadt stehen mehr als 5.800 neue Wohnungen in mehr als hundert Bauprojekten zum Verkauf . Dies berichtete die Sme daily in ihrer neuesten Ausgabe von S-Reality, einer Zeitschrift speziell für den Immobilienmarkt. Danach wurden rund 44 Projekte mit 800 Wohnungen fertig gestellt und kamen im März zum Verkauf. Die Zeitschrift stellte jedoch fest, dass viele Wohnungen groß sind und die Leute sich diese nicht leisten können.

Eine von Sme erwähnte Analyse von Labartt Immobilien wies eine große Anzahl von unverkauften Studiowohnungen (so genannte Ein-Zimmerwohnungen in der Slowakei) und Wohnungen mit einem Schlafzimmer (oder Zwei-Zimmerwohnungen) auf.

Am Bedarf vorbei gebaut

„Aber das bedeutet nicht, dass es genug Wohnungen für junge Familien oder Paare gibt, die die Zielgruppe sein sollten,“ sagte Peter Gerek von Labartt Investment der Sme.

Er ist der Auffassung, dass die verfügbaren Studios und Wohnungen mit einem Schlafzimmer zu aufwändig sind. Er sagte, von den Studiowohnungen seien 70 Prozent größer als es die Kunden wirklich brauchen. Laut Labartt Properties beträgt die durchschnittliche Größe einer Studiowohnung 59,79 qm und eine ähnliche Situation ergibt sich bei den Zwei-Zimmerwohnungen mit einer durchschnittlichen Größe von 79,41 qm.

„Das Portfolio der benötigten Immobilien ist so breit gefächert wie in der Vergangenheit,“ teilte Daniela Danihel Rážová, Leiterin des Verbandes der Immobilienmakler dem Slovak Spectator mit. „Aber die begehrtesten Wohnungen sind die, in denen die Käufer wohnen möchten. Die breite Zielgruppe ist auf der Suche nach einer normalen Ein- bis Drei-Zimmerwohnung in Gebäuden in vernünftigen Anwesen zu einem vernünftigen Preis.“

Marktbeobachter sagen, dass, obwohl große und luxuriöse Wohnungen in der Slowakei vor allem in Bratislava in der Vergangenheit fehlten, habe die jüngste Massenbebauung über einen kurzen Zeitraum deutlich über der Nachfrage gelegen.

Dies hat zu einer Situation geführt, in der neue Entwicklungen nicht die tatsächlichen Bedürfnisse und Anforderungen auf dem Markt widerspiegelten. Wie Filip Žoldák von der Lexxus Immobilienagentur gegenüber Sme äußerte, werde der Markt zu Wohnungsgrößen aus der Zeit der paneláky, den Betonblocks von Wohnungen, zurückkehren, weil der endgültige Preis der wichtigste Faktor sei, der die Entscheidung eines Kunden beeinflusse.

„Die derzeitige Situation auf dem Markt bestätigt, dass nur die alten Wohnungen, die zu einem angemessenen Preis angeboten werden, verkauft werden,“ sagte Rážová dem Slovak Spectator. „Eine große Anzahl derer, die alte Wohnungen verkaufen, sind noch nicht bereit die Preise für die angebotenen Immobilien zu senken. 

Somit ist der Verkauf von älteren Immobilien langsamer. Bei neuen Bauprojekten ist die Situation komplizierter, da die Kunden sich am Preis ausrichten mit einer 100-prozentigen Garantie für die rechtzeitige Fertigstellung des Projekts, und sie bevorzugen Immobilien, die kurz vor dem Abschluss stehen. Die Wohnungspreise haben sich am meisten in den Gegenden mit dem steilsten kürzlich erfolgten Anstieg verändert.“

 

Der Euro hatte keine Auswirkungen

 

Obwohl die Einführung der einheitlichen europäischen Euro-Währung im letzten Jahr oft als ausschlaggebender Faktor dafür aufgeführt wurde, die Immobilienpreise in der Slowakei in die Höhe getrieben zu haben, hat die neue Währung den Markt tatsächlich nicht beeinflusst.

„Die finanzielle Krise hat den Effekt der Einführung des Euros auf Wohnungspreise völlig unterdrückt,“ sagte Rážová dem Slovak Spectator.

Laut Rážová haben Wohnungseigentümer den Verkaufspreis von Immobilien vor der Einführung des Euro in der Slowakei übermäßig erhöht in der Hoffnung, dass die Leute ihre finanziellen Ressourcen in Immobilien ‚anlegen’ würden.

„Dies ist nicht geschehen, aber diese Eigentümer wollen nun nicht akzeptieren, dass die Preise künstlich nach oben getrieben wurden, und sie versuchen sie auch heute noch auf diesem Niveau zu halten,“ sagte Rážová. „Das ist der Grund, warum der Markt stagniert, weil die Käufer nicht bereit sind, diese überhöhten Preise zu zahlen.“

 

Wachstumsdynamik verlangsamt sich

 

Im Jahr 2008 sind die Preise für Wohnimmobilien um 22,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Nach von der Slowakischen Nationalbank (NBS) veröffentlichten Daten bedeutete das, dass die Wachstumsdynamik sich seit den im Jahr 2007 berichteten 23,9 Prozent verlangsamt hatte. Die Zentralbank überwacht Wohnungspreise in Zusammenarbeit mit der Nationalen Vereinigung der Immobilienmakler in der Slowakei (NARKS).

Das Preiswachstum verlangsamte sich auch im Lauf des Jahres 2008. Im ersten Quartal stiegen die Preise um 34,5 Prozent, aber im letzten Quartal stiegen sie um nur 6,4 Prozent, wie der SITA newswire gemäß von der NBS veröffentlichten Daten berichtete.

Der Durchschnittspreis für einen Quadratmeter Wohnimmobilie in der Slowakei betrug €1.511 im Jahr 2008, und €1.238 im Jahr 2007.

Regional hat die Region Bratislava nach wie vor den höchsten Durchschnittspreis für Wohnimmobilien. Im Jahr 2008 kostete ein Quadratmeter in Bratislava im Durchschnitt €1.972, was einem Anstieg von 18,4 Prozent verglichen mit 2007 bedeutete. Die Region Košice folgte mit einem durchschnittlichen Preis von € 1.137, eine Erhöhung um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und die Region Prešov stand an dritter Stelle mit einer jährlichen Steigerung um 40,7 Prozent auf durchschnittlich €1.051. Wie im Jahr 2007 hatte die Region Nitra den niedrigsten Durchschnittspreis im Jahr 2008 von €774 pro Quadratmeter, obwohl dies einen Anstieg von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutete.

Ermittelt man nach der Wohnungsgröße, verzeichneten Studiowohnungen oder Ein-Zimmerwohnungen den höchsten Durchschnittspreis von €1.806 pro Quadratmeter. Im Vergleich zu 2007 stieg der durchschnittliche Preis um 24,3 Prozent. Wohnungen mit einem Schlafzimmer (oder Zwei-Zimmerwohnungen in der slowakischen Terminologie) hatten einen Durchschnittspreis von €1.655 pro Quadratmeter, ein Anstieg um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Durchschnittspreis für eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern (oder Drei-Zimmerwohnung) erhöhte sich um 20,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf €1.452 pro Quadratmeter.

Für Einfamilienhäuser stieg der Durchschnittspreis pro Quadratmeter laut von der Zentralbank veröffentlichten Daten um 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf €1.270.

 

Käufer sind zögerlich

 

Neben dem die Nachfrage übersteigenden Angebot führte Galata mehrere andere Faktoren auf, die den Immobilienmarkt beeinflussten: die ungünstige Lage auf dem Arbeitsmarkt; Konditionen für Immobilienhypotheken; und nicht zuletzt die allgemeine wirtschaftliche Lage im Land wie die negativen Entwicklungsanzeiger verraten.

„Ob wir über Immobilieninvestoren sprechen oder Personen, die einfach nur eine Wohnung brauchen, der Blick auf beide Käufergruppen für den Erwerb von Eigentum zu diesem Zeitpunkt, ohne Garantie für eine künftige Wertzunahme, an die man im Laufe der letzten Jahre gewohnt war, ist ein wichtiger Marktfaktor,“ sagte Galata. „Dies führte weitgehend zu Zögern und Abwarten bei Käufern.“
Laut Rážová beeinflusse die Finanzkrise und ihre nachfolgende „allgemeine Depression über die Zukunft“ den Immobilienmarkt, ähnlich wie bei anderen Bereichen der Wirtschaft, wenn Kunden bei der Entscheidungsfindung zögern, weil sie unsicher über die Zukunft sind.

Marktbeobachter sagen, es sei schwierig die Entwicklung des Marktes in den kommenden Monaten abzuschätzen.

„Man kann davon ausgehen, dass die hohe Zahl von nicht verkauften Wohnungen die Bauträger und Investoren zumindest teilweise zum Nachdenken darüber zwingen wird, wie man sie verkaufen kann, um Geld für ihre nächsten Projekte frei zu machen oder ihre Erwartungen und Verpflichtungen zumindest teilweise zu erfüllen,“ sagte Galata, und fügte hinzu, dass sein Unternehmen glaube, „die Slowakei ist nach wie vor ein interessantes Land für Bauträger, insbesondere aufgrund der relativen wirtschaftlichen Stabilität, der guten Aussichten für die kommenden Jahre und aufgrund des allgemeinen Mangels an Wohnungen, aber es wird unter viel bescheideneren und angemesseneren Bedingungen stattfinden.“

 

Ihre Zusammenfassung ist

Ihre Zusammenfassung ist komplex und Übersichtlich. Sehr gut.
Was mich Überascht ist, daß die Gewerbe Hallen mit enormen Miet und Kaufkosten in die Höhe geschnellt sind. Zumal um das doppelte höher wie in Deutschland. Warum kann dies sein?
Wir suchen seit 2 Monaten nach einem Magazin mit ca 8.000 m². Wer könnte mir da weiterhelfen.
Die Preise sind extrem Unterschiedlich und die Mietverträge sind Knebelverträge.
Gibt es Förderungen?
Mrüsse nochmal. Pertoll P

Suche - Sitemap - Copyright © 2010 Senza Limiti s.r.o. - Datenschutzbestimmungen