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Lajčák: Orbáns Behauptungen „unsinnig und bedauerlich“

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Der slowakische Außenminister Miroslav Lajčák hat die jüngsten Erklärungen des ehemaligen ungarischen Ministerpräsidenten und Vorsitzenden der ungarischen Oppositionspartei  Fidesz, Viktor Orbán, als „sachlich unsinnig, politisch bedauerlich und höchst unverantwortlich“ bezeichnet.

Lajčák antwortete auf Kommentare von Orbán am Samstag, den 23. Mai, indem er sagte, dass die bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament die „Macht der Ungarn im Europäischen Parlament für die nächsten fünf Jahre bestimmen" werden. Orbán betonte ebenfalls die Bedeutung der Gewährleistung, dass die Interessen der „Ungarn aus dem Karpatenbecken“ in Brüssel vertreten werden und merkte an, dass jeder ethnische Ungar in der Slowakei  „voller Erwartung“ von über die slowakisch-ungarischen Grenze hinaus lebenden Ungarn beobachtet werde.

Die Aussagen sorgten für Aufsehen in der  slowakischen Politszene und Ministerpräsident Robert Fico und Anna Belousovová, die stellvertretende Vorsitzende eines seiner Partner in der Regierungskoalition, der Slowakischen Nationalpartei (SNS), griffen Orbán wegen seiner Ausführungen verbal an.

Lajčák sagte gegenüber dem TASR Newswire, dass die Behauptungen sachlich unsinnig seien, da die EU aus demokratischen Staaten bestehe und nicht aus Becken oder anderen geographischen Formationen. Solche Aussagen seien gefährlich, weil sie eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Slowakei und Ungarn, sowie mit anderen Ländern, die von einer ungarischen Minderheit bewohnt werden, bedeuten könnten.

Er sagte Orbáns Äußerungen seien bedauerlich, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Vorbereitungen für Ficos geplanten Besuch in Budapest im Juni in vollem Gange seien und Ungarns jüngst ernannter Außenminister Péter Balász über die Eröffnung eines neuen Kapitels in den Beziehungen zwischen Ungarn und der Slowakei gesprochen habe.

Lajčák wies ebenfalls darauf hin, dass Orbán ein Mitglied der ungarischen parlamentarischen Opposition sei, und sagte, dass seine Aussagen und Ansichten nicht die offizielle Haltung Ungarns ausdrückten. Die jüngsten Meinungsumfragen in Ungarn haben jedoch einen überwältigenden Rückhalt für die Fidesz erkennen lassen und Orbán gilt wieder als heißer Favorit für das Amt des Ministerpräsident nach den nationalen Wahlen, die innerhalb eines Jahres stattfinden müssen.

 

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