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Leasinggeschäft sank um 43 % im 1. Quartal

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Nach mehreren Jahren stetigen, robusten Wachstums auf dem slowakischen Leasingmarkt, hat die weltweite Finanz-und Wirtschaftskrise auch diesen Bereich der Wirtschaft des Landes gebremst. Während der Leasingmarkt im Jahr 2008 um insgesamt 6,5 Prozent stieg, gingen die neuen Verträge im ersten Quartal 2009 um fast 43 Prozent zurück.

Der Rückgang im Güterverkehr hat sich durch weniger Leasing von LKWs und Anhängern mit einem 70-prozentigen Rückgang im Volumen von neuen Verträgen in diesem Bereich im ersten Quartal des Jahres niedergeschlagen.

Und der Autoverschrottungsbonus der Regierung hat wenig dazu beigetragen, dem Leasinggeschäft zu helfen, weil traditionelles Leasing vom Programm nicht berücksichtigt wurde.

Auf der Grundlage der bisherigen Entwicklungen im Jahr 2009, wo viele Unternehmen die Kosten senken und vorsichtiger bei  möglichen Investitionen werden und mehr Unternehmen Probleme bei der Erfüllung ihrer laufenden Verpflichtungen haben, rechnen die Vertreter der Leasingunternehmen in der Slowakei damit, dass ihr Geschäft in diesem Jahr allgemein rückläufig sein wird.

Seit dem Ende des vorangegangenen Wirtschaftssystems ist Leasing zu einem untrennbaren Bestandteil des slowakischen Geschäftslebens geworden, indem es Unternehmern bei der Finanzierung und dem Wachstum ihrer Unternehmen geholfen hat.

Das Tiefenwirkung von Leasing in der Slowakei ist eine der höchsten in Europa, und deckte die Finanzierung von bis zu 32 Prozent aller Investitionen in beweglichen Anlagegütern im Jahr 2008 ab, sagte Juraj Ebringer, Leiter des Aufsichtsrats der Slowakischen Leasing Association (ALSSR) am 19. Mai während einer  Beschreibung der Leasingentwicklung in der Slowakei.

„Dies ist auf die Geschichte unseres Landes zurückzuführen, als der Erwerb von Fahrzeugen in den 1990er Jahren nur über Leasing möglich war,“ sagte Ebringer. „Später begannen Leasinggesellschaften damit, auch andere Bedürfnisse der Kunden zu erfüllen, und die Struktur der Finanzierung hat sich nach und nach verändert. Auf jeden Fall verstehen wir uns als bedeutenden Beitrag zum Wirtschaftswachstum in der Slowakei, da über 30 Prozent der Investitionen von Unternehmen von 39 Leasinggesellschaften finanziert wurden.“

Die Leasingbranche bekam den wirtschaftlichen Rückgang schon früh im vergangenen Jahr zu spüren und teilt mit, dass das jährliche Wachstum von 6,5 Prozent im Jahr 2008 auf €83,231 Mio. an neuen Leasingverträgen nicht genau den Abwärtstrend beschreibt, der während der letzten beiden Quartale begann.

„Der LKW-Bereich hat bereits im dritten Quartal des Jahres 2008 über einen Rückgang berichtet,“ sagte der ALSSR Generalsekretär Marián Tibenský Mitte Februar, wie vom SITA Newswire angeführt.

„Während des letzten Quartals verzeichneten anderen Bereiche ebenfalls einen dramatisch Rückgang.“
Leasing schrumpft zusammen mit der Wirtschaft ein

Der Leasingmarkt, der den  5,4-prozentigen Rückgang des BIPs der Slowakei im ersten Quartal 2009 widerspiegelt, gab ebenfalls drastisch nach.

Das Gesamtvolumen an neuen Leasing-Verträgen sank um 42,9 Prozent auf €362 Mio. in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2008.

„Wir sehen vor allem einen Rückgang im Bereich Lkw-Leasing," sagte Alžbeta Rigáňová, die stellvertretende Vorsitzende von ALSSR.

„Dieser Rückgang ist einschneidend. Aber alle anderen Wirtschaftsgüter, abgesehen von Immobilien, meldeten ebenfalls einen Rückgang.“

Das Volumen an neuen Leasingangeboten für Lkws und Anhänger fiel um 67,9 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im ersten Quartal des Vorjahres auf €43 Mio.

„Kleine und mittlere Unternehmen sind die typischen Kunden von Leasinggesellschaften,“ sagte Ebringer. „Aber diese Unternehmen ergreifen Maßnahmen zur Senkung der Ausgaben und Kosten.“

Laut Ebringer kann der Rückgang in der Produktion vor allem an der Menge des Güterverkehrs festgestellt werden, was zu einer Überkapazität von Lastwagen führt. Rigáňová schätzt, dass es sich hierbei um 700 und 1.000 Fahrzeuge handelt. Kunden aus Transport- und Logistikunternehmen haben ebenfalls Probleme bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen gegenüber Leasingunternehmen.

„Etwa 10 bis 15 Prozent des Güterverkehrskunden haben erhebliche Probleme mit ihren Ratenzahlungen,“ sagte Ebringer. Nach seiner Aussage müssen Leasinggesellschaften etwa 3 Prozent ihrer Verträge beenden.
Aber eine vorzeitige Kündigung des Vertrags ist der letzte Ausweg, den Leasinggesellschaften gehen.

„Es liegt nicht im Interesse einer Leasinggesellschaft einen Vertrag zu kündigen,“ sagte Ebringer. „Es führt zu Verlusten.“

Stattdessen versuchen Leasingunternehmen eine Lösung für die Probleme der Kunden zu finden, wenn sich diese früh genug an die Leasing-Gesellschaft wenden. Meistens passen Leasingunternehmen den Rückzahlungsplan an die Bedürfnisse des Kunden an, organisieren den Vertrag um oder schieben bestimmte Zahlungen auf.

Das Leasen von Kraftfahrzeugen stellt nach wie vor den größten Teil der Verträge von Leasinggesellschaften in den ersten drei Monaten des Jahres 2009. Im gesamten Markt dominieren PKWs mit 39 Prozent, gefolgt von Leasing von Maschinen und Anlagen mit einem Anteil von 28,2 Prozent.
Nach Angaben von ALSSR entfielen auf kommerzielle Fahrzeuge 16,8 Prozent und das Leasen von Lkws und Anhängern lag bei 13 Prozent.

Verschrottungsbonus hilft nicht

Auch wenn Pkws den Leasingmarkt dominieren, ließ die Autoabwrackaktion der Regierung zur Förderung von Neuwagenverkäufen den Leasingmarkt fast völlig unberührt.

Autobesitzer in der Slowakei verschrotteten über 44.000 alte Autos, um einen staatlich subventionierten Bonus von bis zu 2.000 € für den Kauf eines neuen Fahrzeugs zu bekommen. Aber das Finanzierungsleasing von neuen Autos war nicht vom Rahmen des Programms gedeckt und nur Leasingdarlehen waren zulässig.

Darüberhinaus gehörten Personen, die bei der Autoabwrackaktion mitmachten, laut Ebringer nicht zu den typischen Kunden von Leasingunternehmen, die Finanzierungsarten in Form von Krediten benutzten. Die meisten Autoverschrotter waren häufig etwas ältere Privatpersonen.

„Während der ersten Abwrackwelle kauften 80 Prozent der Menschen, die den Bonus nutzten, ihr neues Auto in bar und nur der Rest suchte andere Formen der Finanzierung,“ sagte Ebringer.

„Ein Großteil des Potenzials im Pkw-Bereich wurde teilweise durch die Abwrackaktion aufgebraucht und damit werden die Rekordzahlen bei Autoverkäufen aus den vergangenen zwei Monaten durch den starken Rückgang bei Verkäufen in der nahen Zukunft ausgeglichen,“ sagte Silvia Chachaľová, Leiterin der  Marketing- und Verkaufsunterstützung bei CSOB Leasing dem Slovak Spectator.

Die Aussichten sind nicht gerade rosig

Die finanzielle und wirtschaftliche Krise hat das frühere kontinuierliche Wachstum auf dem Leasingmarkt in der Slowakei beendet.

„Der langfristige Expansionsrekord des Leasingmarktes hat aufgehört, vor allem im letzten Quartal des Jahres 2008, und wir erachten ein weiteres zweistelliges prozentuales Wachstum als Geschichte," sagte Dušan Keketi, der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der UniCredit Leasing dem Slovak Spectator. „Unsere Ergebnisse für das 1. Quartal 2009 spiegeln den aktuellen Trend beim slowakischen Leasing und auf dem Rohstoffmarkt wider. Wir haben einen Abfall in einzelnen Bereichen verzeichnet, aber diese stehen in direktem Zusammenhang mit dem Rückgang beim Verkauf von Fahrzeugen sowie von technischer Ausrüstung.“

Leasingunternehmen erwarten durch die Krise weitere Rückgänge auf dem Leasingmarkt.

„Wir haben keine überzogenen Erwartungen," sagte Keketi von der UniCredit Leasing. „Der Umsatz verringerte sich in allen Bereichen – Personen- und Geschäftswagen und Lastkraftwagen, auch wenn der Pkw-Bereich eine gewisse Belebung durch den Abwrackbonus im ersten Quartal dieses Jahres erfuhr. In dieser Situation richten sich unsere Anstrengungen auf die Optimierung der Wirksamkeit von exklusiver Zusammenarbeit und auf die volle Nutzung unseres größten ‚Gutes’, und das ist die Umschuldung für neue Verträge.“

Tatra Leasing betrachtet die Verbesserung in der gesamten Wirtschaft und das Volumen der Investitionen von Unternehmen als von entscheidender Bedeutung für die künftige Entwicklung des slowakischen Leasingmarktes, so Edita Szászová, kaufmännische Leiterin von Tatra Leasing.

ČSOB  Leasing erwartet ebenfalls ein eingeschränktes Wachstum auf dem Leasingmarkt.

„Nach den gerade veröffentlichten makroökonomischen Ergebnissen wird die Bereitschaft der Unternehmen zu investieren nach wie vor sehr niedrig bleiben," sagte Chachaľová dem Slovak Spectator. ČSOB Leasing erwartet, dass sich diese verminderten Investitionen am deutlichsten im Güterbereich und auch teilweise in einigen Teilbereichen des Maschinen- und Anlagen-Leasingmarktes zeigen werden.

 

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