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Firmengründung Slowakei: „Entscheidend ist das Gesamt-Paket“

enprovia

2006 wurde die enprovia Software Engineering s.r.o. in Bratislava als 100-prozentige Tochter der Nikonians EMEA Ltd. in Donaueschingen gegründet. Warum gerade die Slowakei als Standort gewählt wurde? Bo Stahlbrandt, CEO von enprovia, nennt eine ganze Reihe von Standortfaktoren für diese Entscheidung.

Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter

„Vor allem waren es die gut ausgebildeten Fachkräfte, die wir in Osteuropa gesucht haben“, erinnert sich Bo Stahlbrandt, CEO der enprovia Software Engineering s.r.o. in Bratislava. Das Unternehmen wurde 2006 als 100-prozentige Tochter des deutschen Unternehmens Nikonians EMEA Ltd. gegründet: „Einen gut ausgebildeten Software-Ingenieur bekommen Sie direkt nach der Ausbildung ab etwa 1.100 Euro im Monat, alles einberechnet betragen die Personalkosten ca. 60 Prozent des deutschen Niveaus.“ Doch für die Slowakei als Standort des Spezialisten für Dokumenten-Management und Suchtechnologie sprachen nicht nur die gute Ausbildung und die niedrigen Personalkosten. Auch die problemlose Kommunikation war ein wichtiger Faktor: Vor allem ältere slowakische Mitarbeiter haben gute Deutschkenntnisse, jüngere sprechen fließend Englisch. Jedes Projekt wird bei enprovia von einem deutschen Projektleiter mit einem slowakischen Team bearbeitet. Auf diese Weise haben die deutschen Kunden – unter anderem große Finanz-Institute – stets auch einen deutschen Ansprechpartner.

Die Kunden schätzen nicht nur die Tatsache, dass enprovia die Kostenvorteile an sie weitergeben kann. Wichtig ist für sie auch die Qualifikation der Mitarbeiter, denn „bei aller Preissensibilität achten die Kunden natürlich auf Qualität“, so Bo Stahlbrandt. Hier kam dem Software-Unternehmen die gute Fachkräfte-Struktur der Slowakei entgegen. Allerdings, so die Erfahrungen des Unternehmens, muss man bei der Personalbeschaffung sehr sorgfältig vorgehen. Denn im Gegensatz zu Deutschland sind die Bewerbungen meist wenig aussagekräftig, so dass mehrstufige Interviews notwendig sind, um sich ein Urteil über den Bewerber zu bilden. Insgesamt hat man mit slowakischen Mitarbeitern sehr gute Erfahrungen gemacht: „Es gibt hier vor allem bei den jüngeren Mitarbeitern eine Mentalität des Mitdenkens.“

Bo Stahlbrandt

Zentrale Lage

Aber die niedrigen Personalkosten und die gute Qualifikation der Mitarbeiter waren für Bo Stahlbrandt nicht allein entscheidend, sondern das Gesamtpaket. So war die Nähe zu Deutschland und damit zu den Kunden ein weiterer wichtiger Faktor. „Die deutschen Projektleiter fliegen innerhalb weniger Stunden, ohne Jet-Lag und zu geringen Reisekosten nach Bratislava“, so Bo Stahlbrandt. „Auch in den baltischen Staaten hat man niedrige Personalkosten, aber man reist länger und muss in den meisten Fällen das Flugzeug wechseln.“ Noch niedrigere Personalkosten gibt es in Asien, doch die Reisekosten sind hoch und die Zeitverschiebung verursacht nicht nur den Jet-Lag, sondern erschwert überhaupt die Kommunikation mit dem deutschen Mutter-Unternehmen.

Vorteil Flat Tax

Ein weiteres Argument für die Slowakei war das im Verhältnis zu Deutschland sehr einfache Steuersystem mit niedrigen Steuersätzen. Den Aufwand für die Betreuung der Behörden hingegen empfindet Bo Stahlbrandt als hoch: „Es wird immer noch unglaublich viel gestempelt und unterschrieben.“ Auch ist nach den Erfahrungen des CEOs der Servicegedanke noch nicht so ausgeprägt wie in Deutschland. Die erfreuliche Kehrseite davon ist für ihn allerdings die geringe Korruption.

Die Vorteile des Standorts Slowakei werden auch in Zukunft weiter bestehen: „Für die nächsten 8 bis 10 Jahre sehe ich gegenüber Deutschland einen signifikanten Lohnkostenvorteil.“ Sein Unternehmen soll stark wachsen, von derzeit 25 Mitarbeitern auf 50 bis 100. Die Einführung des Euro sieht er ebenfalls positiv, weil sich diese Maßnahmen insgesamt mäßigend auf das Kostenniveau auswirken werden.

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